Arbeiten von zu Hause

Vertrauen sei dank: Ist Home-Office bald kein Incentive mehr?

Wie wir mit fünf einfachen Tools auch im Home-Office verbindlich kommunizieren.

Mit der Krise kam der Umschwung. Das gilt wohl für viele Bereiche. Unsere aktuelle Arbeitskultur hat sich mit Corona verändert – oder anders formuliert – musste sich den Umständen anpassen. Denn was zu Beginn des Jahres noch undenkbar erschien oder vielerorts als „Vertrauensvorschuss“ an die eigenen Mitarbeiter verkauft wurde, hat sich mit Corona schlagartig gewandelt: das Arbeiten im Home-Office. Plötzlich war es nicht nur möglich, sondern tatsächlich gewollt. Natürlich nicht ohne den Druck der Umstände, denn wer im März diesen Jahres nicht mehr ins Büro kommen konnte, dessen Arbeitskraft wäre ohne Home-Office schlichtweg weggefallen. Also eine Maßnahme, die nur den Umständen geschuldet ist? Ich behaupte, nein. Home-Office oder Remote Work ist mehr als nur Mittel zum Zweck. Es ist aber auch kein Incentive (mehr), für das sich Mitarbeiter erstmal bewähren müssen. Es ist schlichtweg Alltag. Siemens hat es vorgemacht und will das „mobile Arbeiten“ im Konzern etablieren. Man habe gesehen, wie produktiv und effektiv das mobile Arbeiten sein kann, heißt es in einem aktuellen Artikel im Handelsblatt. (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/industrie-siemens-macht-homeoffice-fuer-140-000-mitarbeiter-moeglich/26009230.html?ticket=ST-13608594-fcBcyCBnWJfihgr2jQv4-ap3)

Und wie soll der Kulturwandel im Unternehmen gelingen? Wie sollen wir uns weg von der Präsenzkultur hin zu einer ergebnisorientierten Arbeitsweise entwickeln? Die Antwort liegt auf der Hand, ist aber dennoch komplex: durch gegenseitiges Vertrauen. Doch was bedeutet das für den Arbeitsalltag. Was müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer leisten, um sich gegenseitig Vertrauen schenken zu können. Und welche Maßnahmen können helfen, das auch im Home-Office umzusetzen. Mit diesen fünf Punkten schafft man auch in Zeiten von digitaler Distanz professionelle Nähe:

  • Regelmäßige Updates anberaumen: damit Deadlines eingehalten werden oder eventuelle Probleme oder auch Missverständnisse frühzeitig erkannt werden, regelmäßige Termine zum Besprechen des Status-Quo ansetzen. Das kann – je nach Projekt – täglich oder wöchentlich sein. Diese Termine sollten so konzipiert sein, dass die dem kurzen Austausch um Büro face-to-face ähneln. Also entweder mit einer Frage verbunden sind oder dem Vorgesetzten lediglich zurück gespielt wird, dass „ es läuft“. Wichtig: Taucht ein echtes Problem auf oder stellen sich grundlegende Fragen, dann einen gesonderten Termin ansetzen. So wie im „echten Arbeitsleben“ auch. 
  • Unabhängig vom Workflow Virtuelle Kaffeepausen für private Gespräche ansetzen. Das größte Manko des Home-Office ist sicher der fehlende soziale Austausch. Eine Maßnahme dagegen sind virtuelle Kaffeepausen. Einmal in der Woche verabredet sich das Team oder die Kollegen auf einen Schnack am Bildschirm. Wichtig: es geht nicht um Arbeitsthemen sondern sozialen Small-Talk. Wie war der Urlaub, welche Pläne stehen für das Wochenende an, wie geht’s der Katze. Wer auf Small-Talk schon im Büro gut verzichten konnte, dem wird es auch im Home-Office nicht fehlen.
  • Transparent arbeiten. Was für die Beschriftung von Ordnern oder den aufgeräumten Schreibtisch im Büro gilt, gilt auch für das Arbeiten im Home-Office. Der Status Quo der Arbeit muss jederzeit für alle nachvollziehbar sein. Im besten Fall geschieht das über eine Projektmanagement-Software aber auch einfache Excel-Listen mit Projekt-Status und Link zu den entsprechenden Dokumenten können helfen. Alle sollten das Gefühl haben, die Arbeit des anderen nachvollziehen zu können. 
  • Regeln für Erreichbarkeit definieren. Mit modernen Arbeitsmitteln ist die Erreichbarkeit im Home-Office garantiert. Und wenn für das Büro eine Kernarbeitszeit definiert ist, so gilt diese natürlich auch für das Home-Office. Feste Zeiten der Erreichbarkeit zu definieren hilft, Transparenz in die Arbeit zu bringen, gibt auf der anderen Seite aber auch Struktur, sich nicht in der Arbeit zu verlieren. Denn Feierabend bedeutet auch im Home-Office Feierabend. 
  • Sich an- und abmelden. Genau wie im Büro auch sagt man seinen Kollegen oder auch dem Chef kurz Bescheid, wenn man später kommt oder ein Arzttermin ansteht. Man muss früher los, weil sich die Handwerker angekündigt haben? Was im normalen Büroalltag geht, geht auch im Home Office – nur eben mit Ankündigung und nie, ohne das man vorher darüber geredet hätte. 

Kommunikation schafft vertrauen – auch im Home-Office – und zwar von und zwischen allen Beteiligten. 

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